Parolen statt Pizzaflyer
In einem Netzwerk selbstverwalteter Betriebe gedeiht ein kleines Berliner Druckereikollektiv.

Timothée Uehlinger ersann deshalb die nebenstehende Anleitung für den Selbstbau einer vielseitigen Radhacke aus einem alten Fahrrad. Die Montage erfolgt ganz ohne Schweißen und verlangt – abgesehen von der sicheren Handhabung eines Winkelschleifers – kaum praktische Begabung. Das vorgestellte Modell ist von Robert Mottins »Veloculteur« inspiriert und wurde auf eine einfachere Bedienung hin optimiert.
Timothée absolvierte ein Bachelor-Studium im ökologischen Landbau in Witzenhausen und ist heute als Tänzer und Tanzpädagoge, aber auch als Lehmofenbauer unterwegs. Mit einigen Kommilitonen erprobte er auf einer ehemaligen Kirschplantage das Leben ohne Strom- und Wasseranschluss. Man wohnte in selbst-gebauten Öko-Bauwagen, versuchte, die eigene Resilienz zu steigern und – ohne Einbuße an Lebensqualität – den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Daneben baute die Gruppe so weit wie möglich auch die gesamte Infrastruktur sowie alle Geräte selbst und verwendete dabei gebrauchtes Material oder Naturstoffe. Für Tüftler Timothée ist die Radhacke auch ein Werkzeug, um das Leben und Arbeiten in betonter Einfachheit angenehmer und Handarbeit effizienter zu gestalten.
Der 28-Jährige möchte Menschen ermutigen, Dinge selbst zu machen und vielleicht sogar weitere Geräte zu entwickeln. Wer Verbesserungsvorschläge zu Timothées Bauanleitung hat, möge sie ihm zukommen lassen. •
Die Original-Bauanleitung findet sich hier
www.kurzlink.de/radhacke_bauen
Ergänzungen und Feedback
timothee.uehlinger_ÄT_gmail.com

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»Einfach. Natürlich. Leben. Lebensreform in Brandenburg 1890–1939« ist das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung in Potsdam. Es ist anschaulich geschrieben und zeigt soziale Bewegungen einer Zeit, die unter vielen Aspekten anders als die heutige, aber an manchen Punkten

Vor drei Jahren erzählte eine Oya-Reportage von Lea Gathen (Ausgabe 13), wie sich die Vision der Gemeinschaft »Lauter Leben« im Dorf Kanin im Landkreis Potsdam zu verwirklichen begann. Seitdem hat die Gruppe etliche Herausforderungen gemeistert – Grund, sie erneut zu besuchen. Ortrun Schütz war vor Ort und hat sich vom »lauten Leben« beeindrucken lassen.