Wollen wir leben?
Ansprache von Margaret Atwood aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2017.

Als Junge stromerte ich am liebsten durch die Hochwälder, Schluchten und Karsthöhlen des tschechischen Morava-Tals bei Olomouc. Eines Morgens nahm ich mir vor, die hufeisenförmige Podkova-Höhle zu durchqueren, allein und ohne Taschenlampe. Die Nachtfalter, Spinnen und Fledermäuse machten mir nichts aus. Nachdem ich mich ein gutes Stück vorangetastet hatte, stieß ich auf Stein – eine Sackgasse! Panik durchfuhr mich. Auf allen Vieren versuchte ich, zurückzukriechen. Aber da war nichts als Dunkelheit und Fels. Ich hielt inne, unbewegt wie Stein. Die Angst wich von mir, die Zeit schien stillzustehen. Ich hätte nicht sagen können, ob Sekunden oder Stunden vergangen waren, als sich mein Körper wieder in Bewegung setzte. Langsam und behende kroch ich zum Ausgang. Als ich ans Tageslicht kam, war ich nicht mehr Derselbe.
Michal Bartoš erforscht fotografisch und anderweitig die innere und äußere Ökologie.
Er ist Direktor des tschechischen Umweltbildungszentrums Sluňákov. www.slunakov.cz

Ansprache von Margaret Atwood aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2017.

Bekämpfe niemals die Entropie! Arbeite an den Ventilen, um Druck abzulassen oder vorhandene Energie einzufangen – aber versuche niemals, etwas gegen die wirklich großen Kräfte auszurichten, sondern füge dich ihnen!Diese Botschaft klingt in mir noch lange nach. Sie

Zugegeben, die Zeiten wilden Tanzens und Ausgehens sind für mich lange vorbei. In ritualisierten Zeremonien zogen wir unter Freunden von Party zu Party. Irgendwo an so einem Hort der Begeisterung ist vor vielleicht 27 Jahren diese Doppelbelichtung entstanden. Wenn es in der Stadt einen Ort