Titelthema

Essbar sein

von Andreas Weber, Anna von Gruenwaldt
Photo
© Paul Klee, Ad Marginem, Aquarell, 1930

Wir zivilisierten Menschen sind einem fatalen Irrtum aufgesessen, meint der Biologe und Philosoph Andreas Weber: Tagtäglich verdrängen wir den Umstand, dass wir sterblich und somit essbar sind. Wir versuchen, uns durch Monumente, Türme, die in den Himmel ragen, Satellitenketten und immer noch mehr Konsum zu verewigen, anstatt uns daran zu erinnern, dass wir in einem stofflichen Sinn immer schon unsterblich sind. Materie vergeht nicht, sondern wandelt unentwegt ihre Form, und Natur folgt nur einem Bedürfnis: tiefere Fruchtbarkeit in Gegenseitigkeit – als solche gelingt auch Kultur, und so wird Gemeinschaft lebendig.

Essbar sein von Andreas Weber, gelesen von Anna von Gruenewaldt, erschienen in Ausgabe #51/2018

weitere Inhalte aus Oya im Ohr

Photo

Kopfüber im Leben

Ein Porträt der aus Russland stammenden Clownin Jekaterina Moshaeva alias »Clown Antoschka«, die mit ihrem tragisch-komischen Clownstheater und in zahlreichen sozialen Initiativen seit Jahrzehnten über Grenzen und Fronten hinweg Herzen und Köpfe berührt.Kopfüber

Photo

Vom Werden und Vergehen

Andrea Vetter und Matthias Fersterer aus dem Oya-Redaktionskreis blicken auf das evolutionäre Verhältnis von Menschen und Behausungen zurück, erläutern warum wir eine ganze Ausgabe der Beschäftigung mit unserer gebauten Umgebung gewidmet haben – und warum dies wie von

Photo

Die (Un-)Ordnung unserer Welt

Aliens, Reichsbürger und Weltverschwörungen: Andrea Vetter und Fabian Scheidler zeigen, wie die Megamaschine paranoische Weltbilder gebiert und warum es wichtig ist, Komplexität auszuhalten.Die (Un-)Ordnung unserer Welt, Teil 1 von Andrea Vetter, Teil 2 von Fabian Scheidler, gelesen