Utopischer Impuls als Widerstand
SF-Autorx Aiki Mira prägt und erneuert die deutschsprachige Science Fiction durch Romane, Erzählungen und Essays. Ein Gesprächsportrait über die Macht utopisierenden Erzählens in einer kollabierenden Welt voller menschlicher und mehr-als menschlicher Leute.
Aiki Mira entdeckte ich für mich Mitte 2024 durch ein Interview in der taz. Ich arbeite schon länger mit Science Fiction und Spekulativer Fiktion (SF) in Zukünfte-Workshops und Lesungen, etwa mit den Werken der US-Amerikanerin Ursula K. Le Guin (1929–2018). Deutschsprachige Schreibende hatte ich bis dahin kaum im Blick. Aiki Miras Stimme als SF-Autorx ist erst seit wenigen Jahren zu hören, wurde aber schnell zu einer tragenden. Das spiegeln die vielen Bezüge Anderer auf Person und Werk, die vielen Podcast- und Panel-Einladungen und nicht zuletzt die vielen Auszeichnungen wider, darunter der Kurd Laßwitz Preis (in Serie), der Deutsche Science-Fiction-Preis und der Chrysalis Award der European Science Fiction Society. Aiki Mira schreibt Romane und Kurzgeschichten, gibt Anthologien mit heraus, co-hostete einen SF-Hörspiel-Podcast und bringt die eigenen Texte auf experimentierfreudige und medienübergreifende Weise zu Gehör, die selbst wiederum Maßstäbe setzt. In Essays reflektiert Aiki Mira das eigene Schreiben und formuliert daraus Erwartungen an eine SF, die gesellschaftliche Relevanz entwickeln kann. Auch dabei ist Le Guin ein wichtiger Bezugspunkt, und ich habe durch Aiki Mira eine SF für mich entdeckt, die solche Referenzen hier und heute erweitert und fortschreibt. Mitte 2025 durfte ich nun selbst mit Aiki Mira für den Oya-Almanach sprechen …
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