Integrative Medizin
Wie sich der Gegensatz zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin zugunsten eines ganzheitlichen, integrativen Ansatzes auflöst.

Fasziniert war ich, als ich vor zehn Jahren erstmals erfuhr, dass traditionell lebende Völker in aller Welt Pflanzenrezepturen kennen bzw. kannten, mit denen sie zuverlässige Empfängnisverhütung betrieben. Angeblich gab es sogar Pflanzen, mit deren Hilfe Männer die Fruchtbarkeit ihrer Samen (eigentlich: Pollen!) beeinflussen konnten. Wie revolutionär erschienen solche Alternativen gegenüber den gebräuchlichen westlichen Methoden, die alle mindes- tens einen Nachteil aufweisen! In »Die Vernichtung der weisen Frauen« haben Heinsohn und Steiger die politisch-wirtschaftlichen Hintergründe beschrieben, die dazu führten, dass das Wissen über pflanzlich-natürliche Geburtenregelung in der neuzeitlichen Hexenverfolgung in Europa ausgelöscht worden ist. Wie, so habe ich mich jahrelang gefragt, könnten wir Europäer wieder herausfinden, welche heimischen Pflanzen uns unabhängig von Pharmaindustrie und Kondomfabriken machen – und wie erfahren wir, wie diese Helfer eingenommen werden müssen? Glücklicherweise bin ich damit nicht der einzige: Andere – in aller Regel Frauen – haben sogar ethnobotanische Forschungen und Selbstversuche unternommen, um sich dieses Stück Eigenständigkeit zurückzuerobern. Die österreichische Pflanzenkennerin Birgit Seyr veröffentlichte nun ein kleines Büchlein, in dem sie zahlreiche Hinweise auf zumeist sehr alte pflanzliche Geburtenregelungsmethoden in den unterschiedlichsten Weltgegenden auflistet und deren generelle Wirkweisen differenziert: Pflanzen, die über den gesamten Menstruationszyklus, an dessen Beginn oder Ende oder auch kurzfristig, nach erfolgtem Koitus eingenommen werden, sowie schließlich auch solche, die einmalig eingenommen über viele Zyklen hinweg wirken. Daneben ist tatsächlich auch die Rede von spermizid wirkenden Extrakten, jedoch scheint die Auswahl der Pflanzen, die der Mann oral einnehmen kann, vergleichsweise unerforscht. Zwar ist auch der Forschungsbedarf bei den Frauenpflanzen offenbar noch groß. Hoffnungsvoll stimmt jedoch die Auswahl von zehn dieser Pflanzen, die die Autorin aufgrund gu- ter Zuverlässigkeit, geringer Nebenwirkungen sowie guter Verfügbarkeit in Europa ausführlich und samt Einnahmeverordnungen vorstellt. Viele Generationen von Frauen fanden die Wirksamkeit dieser Pflanzen bestätigt und gaben das Wissen deshalb weiter.
Und viele dieser natürlichen Geburtenregler wurden gleichzeitig von weit voneinander entfernten Völkern genutzt – auch dies ein Hinweis auf ihre Nützlichkeit. Sie wollen wissen, welche Pflanzen das sind? Das sei hier nicht verraten, doch ich bin sicher, dass Sie einige davon bereits im Mund hatten ...
Mit Pflanzen verhüten
Birgit Seyr
Ampass Verlag, 2009
100 Seiten
ISBN 978-3200017320
14,70 Euro
www.pflanzenwerkstatt.at

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