Gemeinsam mehr erreichen
Je mehr die gewinnorientierte Wirtschaftsweise an Legitimation verliert, desto stärker rücken Genossenschaften ins öffentliche Bewusstsein.

Bevor Andri Snær Magnason „Traumland“, sein Selbsthilfehandbuch zur isländischen Krise verfasste, schrieb er mit diesem irrwitzigen Science-Fiction-Roman eine Persiflage auf Machbarkeitswahn und Technikgläubigkeit: Island ist zum weltgrößten Vergnügungspark und zur Schaltzentrale der Welt mutiert. Das Megaunternehmen LoveStar hat ein totalitäres Werberegime mit quasi-religiösen Zügen errichtet. Liebe, Tod und Geburt wurden monopolisiert, Wahlen zugunsten einer Demokratiemaschine abgeschafft und die Gehirne mit Kommunikationsimplantaten ausgestattet. Das Perfide: Dies alles lassen die Menschen freiwillig über sich ergehen. Bei einem gigantischen Festival sollen eine Million Tote in den Himmel geschossen werden, um sternschnuppengleich in der Atmosphäre zu verglühen. Derweil begibt sich ein größenwahnsinniger Unternehmenschef auf die Suche nach Gott. Ob das gutgehen kann?
Die Fantasie des Autors schlägt wilde Kapriolen, und doch: Diese Welt unterscheidet sich nur um überspitzte Nuancen von der unseren.
Ein paar Stellschrauben anders gedreht, und schon könnte sie Wirklichkeit werden. Dass im archaisch-urgewaltigen Finale die Liebe in nicht-manipulierter Form obsiegt und am Beinahe-Ende der Welt ein Samen für eine neue gepflanzt wird, lässt Raum für Hoffnung. Eine haarsträubend-komische Schreckensvision, die als Warnung dienen kann.
LoveStar.
Andri Snær Magnason
Lübbe, 2010
299 Seiten
ISBN 978- 3785760284
13,99 Euro
Je mehr die gewinnorientierte Wirtschaftsweise an Legitimation verliert, desto stärker rücken Genossenschaften ins öffentliche Bewusstsein.
Neulich ging ich zu meinen alteingesessenen vorpommerschen Nachbarn, um mir einen Sack Zement auszuleihen. Das junge Pärchen führte mich stolz durch ihr neues Haus, das sie in diesen Tagen neben ihrer Berufstätigkeit – sie arbeitet bei McDonalds, er beim Militär –
Wirtschaft in Oya? Und dann geht es in vielen Artikeln gar nicht ums Geld?Ja, ganz bewusst, denn die Oya-Redaktion hat als Schwerpunkt »Solidarische Ökonomie« gewählt. Das heißt im Idealfall: Menschen suchen auf Grundlage freiwilliger Kooperation, Selbstorganisation