Ein ewiger Kreislauf
Dass Heizungen nicht ohne Pumpen und elektronische Regler auskommen, scheint heute selbstverständlich zu sein. Gibt es Wege, auf die kaum selbst reparierbare, industrielle Haustechnik zu verzichten?

Der Einstieg in »Refugees Welcome« zeigt, wie es nicht sein soll: trostlose Gebäude, abgelegen, eingezäunt – abschreckende Beispiele von Flüchtlingsunterkünften in Hannover. Dem möchten Architektinnen und Architekten sowie Studierende der Leibniz Universität Hannover etwas entgegensetzen. Unter Leitung von Professor Jörg Friedrich haben sie in einem Forschungs- und Entwurfsexperiment Vorschläge ausgearbeitet, wie Flüchtlinge schnell und kostengünstig untergebracht werden können.
Die Entwürfe beziehen sich unterschiedlich auf Bestehendes. Die einen setzen Aufbauten auf das Flachdach der Universität oder auf den ungenutzten niederländischen EXPO-2000-Pavillon; andere bauen in ihn hinein oder in leerstehende Parkhäuser. Baulücken im Stadtbild werden mit flexiblen Wohnraummodulen versehen oder mit Kleinsthäusern gefüllt, die sich funktional aufeinander beziehen und so einen ständigen Austausch mit der Umgebung sicherstellen. Auf Hinterhöfen werden modulare Minihäuser errichtet. Unter der denkmalgeschützten Dachkonstruktion des verwaisten Güterbahnhofs von Hannover stehen Häusermodule oder als Wohnungen umgebaute Eisenbahnwaggons mit Vorgärten zwischen den Schienen. Ein Flüchtlingsheim wird auf einem Boot angesiedelt, und vereinzelt wohnen Flüchtlinge in Gartenkolonien. Eher für dauerhaftes Wohnen angelegt ist ein Neubau für gemischte Gruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern.
Manche dieser Ideen werfen Fragen oder Zweifel auf, jedoch überwiegt der Impuls: Oh ja, fangt doch endlich an, und baut das! Denn besser als die würdelose Unterbringung in Hallen oder lieblosen Erstaufnahmeeinrichtungen sind diese Vorschläge allemal. Sie beeindrucken durch ihre Fantasie und das deutlich spürbare humane Engagement. Auch die einleitenden inhaltlichen Beiträge lassen keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass es hier um ernstgemeinte Versuche geht, Flüchtlingen eine neue Heimat zu ermöglichen. Dass Kay Wendel vom Flüchtlingsrat Brandenburg einen Beitrag beisteuert, schafft zusätzlich Vertrauen.
Jedoch irritiert der Hauch des Temporären, der sich durch das Buch zieht. Hat nicht eine menschenwürdige Architektur – ebenso wie eine ernstgemeinte Willkommenskultur – auch mit Dauer zu tun? Warum ist eine besondere Flüchtlingsarchitektur nötig, warum gibt es nicht einfach gutes Wohnen für alle?
Refugees Welcome
Konzepte für eine menschenwürdige Architektur.
Jörg Friedrich, Simon Takasaki und andere (Hrsg.)
Jovis, 2015, 256 Seiten
ISBN 978–3868593785
28,00 Euro

Dass Heizungen nicht ohne Pumpen und elektronische Regler auskommen, scheint heute selbstverständlich zu sein. Gibt es Wege, auf die kaum selbst reparierbare, industrielle Haustechnik zu verzichten?

Inga, dieses Jahr haben wir uns beim Bauen gut kennengelernt. Darf ich dir für unsere Leserschaft ein paar Fragen stellen? Etwa wie du zum Lehm gekommen bist?Während meines Architekturstudiums an der Fachhochschule Aachen hatte ich mich an die Fersen einer begnadeten

Das »Forum« ist eine gemeinschaftsbildende Methode, die nach einigen Vorstufen im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (ZEGG) zu einer tradierbaren Form fand. Mittlerweile wird sie auch von anderen Gemeinschaften angewandt. Dabei hat sie sich verwandelt und ist offener geworden (siehe auch Oya-Ausgabe 28). Wie erlebt ein Neuling erste praktische Versuche mit der Methode?