enkeltauglich leben

Ohne Auto leben (Buchbesprechung)

von Christina Trees, erschienen in Ausgabe #43/2017
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»Ohne Auto leben« von Bernhard Knierim setzt den Autofrei-Gedanken, der sonst oft nur als einer unter vielen Aspekten zur Veränderung Erwähnung findet, in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Dabei erklärt er zunächst, wie und warum die »Autogesellschaft« entstand und warum es Sinn ergibt, über ein Leben ohne Auto nachzudenken. Im Mittelteil des Buchs beschreibt er detailliert die Möglichkeiten und Alternativen, um diese Absicht als Individuum umsetzen zu können. Hier lässt er weder altbekannte Weisheiten über frische Luft und Bewegung aus noch kleinste Tipps wie Ersatzkleidung bei Regen, er erklärt unterschiedlichste Fahrrad-Transportanhänger und Car-Sharing ebenso wie das grundsätzliche Konsumverhalten durch Unterstützung regionaler Produkte. Im letzten Buchteil schließlich bettet er die individuellen Optionen in einen Rahmen politischer Veränderungserfordernisse ein, wobei er sich auf Postwachstumsökonomie, direkte/indirekte Subventionen, Maßnahmen, die alternative Mobilität attraktiver oder die umweltschädliche Variante Auto unattraktiver gestalten könnten, u.ä. bezieht.
Für mich persönlich ist die Idee des Lebens ohne Auto seit Jahren eine selbstverständliche, gelebte Alltagswirklichkeit – wozu brauche ich in der Stadt ein Auto, wenn ich doch leicht Fahrrad und Bahn nutzen kann? So einfach macht es sich Knierim nicht, und so ist hier weder ein erhobener Zeigefinger auffindbar noch irgendeine Form von Polarisierung oder Überheblichkeit gegenüber unbewusstem Verhalten und Autobesitzern. Knierim erweitert behutsam den Horizont derjenigen, für die Autofreiheit schier undenkbar oder zumindest schwer umsetzbar scheint. Kein Detail, für das er nicht Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen wüsste. ◆ 

Ohne Auto leben
Handbuch für den Verkehrsalltag.
Bernhard Knierim
Promedia-Verlag, Wien, 2016
176 Seiten
14,90 Euro

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