Lebensbaum
Im Klima des Vorwahlkampfs für die Präsidentschaftswahl 2006 ging ich für ein halbes Jahr nach Mexiko. In Mexiko-Stadt ließ ich mich durch die Protestaktionen im Umfeld des Weltwasserforums treiben. Wenn es mir gelingt, mich im Stil

Siesta – um die Mittagszeit komme ich in Salinas de Garcí Mendoza an. Das während der Trockenzeit ausgedörrte Land der bolivianischen Hochebene wirkt dadurch besonders ausgeräumt. Auf einer leeren Landstraße stiefle ich aus dem Dorf hinaus. Ich habe einen salzigen, trockenen Geschmack im Mund. Wind und Sonne lassen mein Gesicht ledrig werden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Menschen hier Landwirtschaft betreiben – und doch stehen beiderseits der Straße Quinoapflanzen. Nirgendwo sonst habe ich erlebt, dass sich Menschen so gut in ihre Umgebung einfügen: Über Generationen haben sie an die Verhältnisse angepasste Sorten entwickelt, die sie früh genug aussäen, um die Regenzeit zu nutzen; sie haben Lamas zu Gefährten gemacht, um Dung für die Felder zu gewinnen, und sie haben die Trockenzeit zu schätzen gelernt, weil sie die Ernte konserviert. In der Ferne meine ich eine Rauchfahne in Altrosa zu sehen – es ist davonwehende Quinoaspelze, die von zwei Bäuerinnen vom Korn getrennt wird, eine seit dem Neolithikum eingespielte Kooperation zwischen Sonne, Wind, Erdanziehung und Mensch.
Malte Cegiolkas stille und bewegte Bilder spiegeln wie seine Texte die Suche nach Prinzipien des »guten Lebens«. www.caminopacha.de

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Auf den ersten Blick ist das neue Buch von Daniel Pinchbeck nur eine weitere Stimme im massentauglichen Wir-müssen-endlich-handeln-Kanon. »Wie lange wollen wir noch warten?« fragt der Philosoph und Bestsellerautor im Titel und verwendet dann zunächst hundert Seiten darauf, die

»Die stärkste gesellschaftliche Intervention der Gemeinschaften und Ökodörfer geschieht wahrscheinlich im Aufwachsen einer neuen Generation. Lasst uns diese in die Zukunft wirkende Kraft noch bewusster gestalten!« – So hieß es in der Einladung zum