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Als der Trecker kam und das Pferd verschwand (Buchbesprechung)

von Jochen Schilk, erschienen in Ausgabe #51/2018
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In Oya ist immer wieder von den Vorzügen der schonenden Bodenbearbeitung mit Zugpferden (z. B. Oya 50) oder Zugrindern (Oya 25 und 33) zu lesen. Da kann es nicht schaden, für einen Realitäts-Check einmal jenen Bauern zuzuhören, die vor 60, 70 Jahren hautnah die technik­revolutionäre Zeit miterlebten, als die Zugtiere auf den Höfen ihrer Familien durch Traktoren ausgewechselt wurden. »Als der Trecker kam und das Pferd verschwand« heißt ein eben erschienenes Buch, in dem Marion Wilk und Ernst Matthiesen den Erinnerungen dreier niedersächsischer Landwirte ausführlich Raum geben. Der Agrar-Laie erhält dabei einen guten Eindruck von den vielfältigen Herausforderungen bäuerlicher Betriebe – die in den Jahren während und nach dem Krieg gewiss noch verschärft waren. Sicher, die Menschen hatten oft intensive Beziehungen mit den so wichtigen Arbeitstieren. Aber immer wieder ist im Buch von der großen Erleichterung zu lesen, als der erste 11-PS-Schlepper auf den Hof kam, wenn er später durch stärkere Modelle ersetzt wurde und wenn wieder neue Arbeitsgeräte, wie der Kartoffelroder oder der Mähdrescher, zum Anhängen erfunden worden waren.
Das gut gegliederte, kurzweilig zu ­lesende, mit zahlreichen historischen Fotos und Abbildungen versehene Buch kann also als ausgleichendes Regulativ für allzu roman­tische Vorstellungen über die Arbeit mit dem Ackergaul gelten. Und trotzdem – das schreiben die Herausgeber auch sinngemäß in ihrem Vorwort – wird freilich immer offensichtlicher, dass die vollmotorisierte Landwirtschaft in die Sackgasse fährt.
Vielleicht führt ja der in dieser Ausgabe von Oya skizzierte Weg in eine Landwirtschaft der »unermesslichen Gärten« aus der Bredouille?
 

Als der Trecker kam und das Pferd verschwand
Landwirte erinnern sich.
Marion Wilk, Ernst Matthiesen
Landwirtschaftsverlag, Nov. 2018
160 Seiten
ISBN 978-3784356082
16,00 Euro

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