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Experiment Auroville (Buchbesprechung)

von Carolin Waldmann, erschienen in Ausgabe #52/2019
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Der Autor Herbert Eisenschenk wagt in »Experiment Auroville – Leben auf eigene Gefahr« selbst ein Experiment: Um seinen Leserinnen eine authentische Impression der südindischen »Zukunftsstadt« zu geben, stellt er den – gelungenen – Versuch an, die Vielfalt der Bewohnerinnen und Geschichten Aurovilles zwischen zwei Buchdeckel zu bannen. Seit nunmehr 50 Jahren lebt das Siedlungsexperiment im Geist der Gründer Sri Aurobindo und Mira Alfassa, auch »die Mutter« genannt, um einen Ort für die bestmögliche Entwicklung und Manifestation einer als »göttlich« verstandenen Bewusstseinsform zu schaffen. Anstelle von Polizei, Geld, Parteien und Religionen unterliegen die Bewohner Aurovilles der radikalen Eigen­verantwortung und Selbstbestimmung, die, wie im Titel bereits formuliert, das »Leben auf eigene Gefahr« gestalten.
Das Buch porträtiert mit Hilfe einer Reihe von Interviews zahlreiche Facetten von Auroville, wobei Herbert Eisenschenk es mittels kritischer Fragen schafft, ein annähernd objektives Bild zu zeichnen. Neben den Gesprächen finden sich unter anderem Biografien der Gründer und andere Hintergrundinformationen. Immer wieder flicht der Autor, der für seine Recherchen für vier Wochen nach Südindien reiste, zudem persönliche Bezüge in das Buch ein; er lässt die Leser an eigenen Eindrücken und Erlebnissen – ja, am Entstehungsprozess des Buchs – teilhaben, wodurch eine angenehme Nähe entsteht.
Menschen, die sich für Auroville oder alternative Lebens- und Denkmodelle inter­essieren, finden in diesem Buch sicherlich Inspiration und bekommen ein erstes Gespür für den besonderen Geist, der offenbar in Auroville anzutreffen ist.

 

Experiment Auroville
Leben auf eigene Gefahr.
Herbert Eisenschenk
Grubbe Media, 2016
344 Seiten
ISBN 978-3942194761
24,00 Euro

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