Buchtipps

Permakultur Design – Schritt für Schritt (Buchbesprechung)

von Ulrike Meißner, erschienen in Ausgabe #54/2019
Photo

Weder Hügelbeet noch Kräuterspirale allein machen einen Permakulturgarten, und ein solcher kann auch ganz unspektakulär daherkommen. Permakultur heißt, in einer ethisch begründeten Denkweise Entscheidungen zu treffen und dementsprechend zu handeln. Wer das verstanden hat, ist vermutlich keine Anfängerin, kein Anfänger mehr und wird Freude am hier vorgestellten Buch von Aranya haben. Er hat es geschrieben, um Lesern, die bereits über ein Grundverständnis von Permakultur verfügen, mehr Klarheit über den Gestaltungsprozess zu geben. Die deutsche Übersetzung des britischen Buchs erfolgte durch Mitglieder des Permakultur Institut e.V.
Der Autor ist studierter Physiker. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Permakultur und unterrichtet seit 2003. So basiert das Manuskript des Buchs auf einer Sammlung von Arbeitsblättern, die er im Lauf seiner Lehrtätigkeit erstellte.
Beim Lesen der drei Buchteile ist deutlich zu spüren, dass die Erfahrung Aranyas immer mitschwingt. Spannend ist es und auch witzig, wenn er etwa schon in der Einleitung schreibt: »Ironischerweise ist das Wichtigste, das ich heutzutage tue, Leute zu bremsen: sicherzustellen, dass sie sich die Zeit nehmen, die Landschaft, mit der sie interagieren, wirklich wahrzunehmen.«
Im ersten Teil werden Grundlagen für das Verständnis von Systemen und Mustern, für das Verständnis der Rolle von Menschen in Prozessen und nicht zuletzt auch Techniken für gute Gruppenprozesse vermittelt. Teil zwei betrachtet ausgiebig den Gestaltungsprozess von Bestandsaufnahme und Kundeninterview über den Entwurf bis zur Umsetzung. Der letzte Teil widmet sich der Gestaltung im sozialen Raum – sei es mit dem Blick auf sich selbst, eine Kursplanung oder das Agieren in Gruppen. 


Permakultur Design
Schritt für Schritt.
Aranya A.
OLV, 2017
284 Seiten
ISBN 978-3922201977
19,95 Euro

weitere Artikel aus Ausgabe #54

Photo
von Les Murray

Die Welt in Verse fassen

Die Namen der Demütigen Nach dem Frühstück klettere ich Zaun um Zaun in meine Gedanken hinein und sehe, wie Herden sich zu natürlichen Maßen verlangsamen. Stundenlang die Nase am Boden, Gras aufnehmend, atmen sie Gras, Klee,Teilchen, aus der

Photo
Gemeinschaftvon Elisabeth Voß

Herrschaftsfrei leben?

Mitte der 1990er Jahre habe ich für eine Weile in Neustadt an der Weinstraße im Projekt »Wespe« gelebt, dem »Werk selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen«, auch bekannt geworden als »Projekt A« in Neustadt – das A steht für Anarchie (in

Photo
von Matthias Fersterer

Humankind (Buchbesprechung)

Der Untertitel dieses Buchs, das ich erst nach Drucklegung der vergangenen Ausgabe entdeckte, hätte auch auf dem Titel von Oya 53 stehen können: »Solidarität mit nicht-menschlichen Leuten«. In seinem Realitäten verrückenden Ritt durch Theorien, Kategorien und

Ausgabe #54
einander verstehen

Cover OYA-Ausgabe 54
Neuigkeiten aus der Redaktion