Almanach

Grundwasserbildung ist das höchste Gut

Gemeinsam mit Oya-Rat Michael Succow verbrachten Andrea Vetter und Matthias Fersterer aus der Oya-Redaktion Mittagsstunden auf einem Hügel bei Wriezen in Ostbrandenburg. Dabei erzählte Michael von seinem Herzensprojekt, am Rand des Oderbruchs eine Weidelandschaft zu schaffen – und von der Notwendigkeit, auf die Erderhitzung mit angepassten Energiekonzepten und Wirtschaftsformen zu reagieren.von Andrea Vetter, erschienen in Almanach 2025
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© privat

»Lasst uns lagern nach alter Väter Weise«, sagt Michael Succow, 83-jährig, und kniet sich auf der Kuppe des Hügels, den wir gerade hochgestiegen sind, nieder, um sich dann mit angewinkelten Beinen auf die von der Sommersonne erwärmte, mager bewachsene Erde zu setzen. Auf dieser Wiese ist er zu Hause. Meter für Meter beim Aufstieg und Minute für Minute unseres Gesprächs trifft er gute alte Bekannte: die Lerche, das Silbergras, den Ackerrittersporn, selbst die unscheinbare Wegwarte. Der Boden ist hier »mesotroph«, mit mittlerem Nährstoffgehalt, lernen wir von Michael: »Vielfalt durch Mangel«. 

Anfang Juli 2024 verbrachten Oya-Redakteur Matthias Fersterer und ich einen Mittag mit Michael Succow in den Weiten des Odertalrands bei Altranft in der Nähe von Wriezen in Ostbrandenburg. Seit Jahren verbindet Michael und die Oya-Redaktion eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit. Heute möchte uns der Moorkundler und Träger des Alternativen Nobelpreises von einem lange gehegten Traum erzählen: den Odertalrand zu einer Weidelandschaft werden zu lassen. Dieses Konzept ist wie gemacht für Brandenburg, wo der Klimawandel längst nicht mehr zu leugnen ist. …

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